Wasserski-EM: Feldberger als Goldjunge

Bericht Thomas Köhler

Für die herausragende Leistung der Gastgeber bei den gestern beendeten Jugend- und Junioren-EM im Wasserski in Feldberg sorgte Lokalmatador Bojan Schipner. Der 14jährige gewann den Titel im Springen der Jugend. Es war zugleich die einzige Medaille für Deutschland. Mit 39,30 m Meter stellte er dabei einen neuen deutschen Rekord auf und verfehlte die Europamarke nur um 40 cm.

Über die Titelvergabe musste ein Stechen entscheiden, nachdem Bojan Schipner und der Brite Alex Anthony nach den drei regulären Versuchen mit 38,4 m gleich auf lagen. Der Feldberger legte gleich im ersten Versuch dann den neuen Rekord vor, an dem sich sein Kontrahent, der im Vorkampf mit 39,5 m persönliche Bestleistung gesprungen war, die Zähne aussbiss und nicht über 36,2 m hinauskam.

„Man hat das Nerven gekostet. Ich hab noch nie erlebt, dass ein Springen im Stechen entschieden wurde. Bojan hatte bei der Auslosung Glück, dass er vorlegen konnte. Dann galt nur noch das Motto: Es gibt nichts mehr zu verlieren“, meinte sein Vater und Trainer Toralph Schipner. Zuvor war sein Schützling als Vizemeister des Vorjahres im Slalom im Vorlauf ausgeschieden. „Er hat dem großen Druck nicht standgehalten. Vielleicht war das aber auch ein Vorteil für das Springen“, so sein Coach.

Insgesamt erreichte die deutsche Mannschaft zehn Finalteilnahmen, nachdem es im Vorjahr nur zwei waren. Der 17jährige Sebastian Göde verabschiedete sich aus der Juniorenklasse mit Rang 11 im Trick, 11 im Slalom, 25 im Springen und 13 in der Kombination. „Das ist ein sehr gutes Ergebnis. Er war sehr mutig und hat das Mögliche erreicht. Schließlich laufen bei den Junioren auch schon künftige Profis“, so Schipner, der Göde gemeinsam mit seinem Sohn trainiert. Die beiden weiteren Feldbergerinnen Inga Stange und Jeanna Berg erreichten ihre besten Plazierungen mit Platz 10 bzw. Rang 13 jeweils im Trickski.

Erfolgreichste Athleten der Titelkämpfe waren die beiden Weißrussen Maria Veramchuk mit drei Mal Gold und ein Mal Silber sowie Herman Beliakou mit drei Mal Gold und ein Mal Bronze. Weißrußland hat mit sechs Mal Gold, ein Mal Silber und zwei Mal Bronze überraschend die Nationenwertung gewonnen. Auf den Plätzen zwei und drei folgten die Nationalmannschaften Frankreichs (5/3/6) und Italiens (3/1/1). Deutschland belegte mit einer Goldmedaille bei zehn Finalteilnahmen den sechsten Rang.

Die fünftägigen Titelkämpfe verfolgten 2500 Zuschauer. „Diese Beteiligung war hervorragend. Wir danken dem Team um Alfred Schipner, das mit hoher Kompetenz diese Wettkämpfe organisiert hat“, betonte Franz Kuhn aus Österreich, Präsident des europäischen Verbandes.