Feldberg (Thomas Köhler). Der Kampf um den Titel geriet bei den deutschen Mannschaftsmeisterschaften im Wasserski auf dem Feldberger Haussee fast zur Nebensache. Denn schon früh stand fest, dass das Youngster-Team des gastgebenden WSC Luzin mit dem Titelverteidiger WSC Caputh nicht mithalten konnte.

Feldberg (Thomas Köhler). Der Kampf um den Titel geriet bei den deutschen Mannschaftsmeisterschaften im Wasserski auf dem Feldberger Haussee fast zur Nebensache. Denn schon früh stand fest, dass das Youngster-Team des gastgebenden WSC Luzin mit dem Titelverteidiger WSC Caputh nicht mithalten konnte. Für Bojan Schipner (14), Jeanna Berg (15), Sebastian Göde (16) und Joanna Berg (18) war diese Krone noch eine Nummer zu groß. Stattdessen wurden schon in den Vorläufen die Glocken zur Rekordjagd geläutet. Und Jugendeuropameister Bojan Schipner setzte dann auch das dicke Ausrufezeichen: Bei seinem ersten Slalomwettkampf mit einer Bootsgeschwindigkeit von 58 km/h lief er 4 Bojen mit einer Leinenlänge von 12 Metern. Das bedeutete neuen deutschen Juniorenrekord, also in der Altersklasse, in der er erst im kommenden Jahr starten wird. "Jetzt stehen die anderen unter Druck, nicht ich. Das ist doch ein schönes Gefühl", meinte er verschmitzt mit Blick auf seinen Wechsel zu den Junioren. Und Vater Toralph fügte vielsagend hinzu: "Natürlich wird er nun vom ersten Wettkampf an der Gejagte sein. Aber diese Leistung müssen andere erst mal bringen." Der 39-Jährige holte zum nächsten Paukenschlag aus, als er beim Springen 59 Meter stand und damit den Schanzenrekord nur um 1,2 Meter verfehlte. Im Finale erwischte er einen fast perfekten Sprung, den er allerdings bei 58,1 Metern runterbrachte. Trotzdem gab es Schulterklopfen vo n den Konkurrenten, die diesem Satz auch eine Qualität von 62 Metern bescheinigten. Doch statt Schanzen- gab es dann noch einen Europarekord. Bojan Schipner sprang 42 Meter und verbesserte seine eigene Bestmarke um 2 Meter. Die Bestmarke von 39,7 Metern hatte der 14-Jährige bei der Jugend- EM noch um 40 Zentimeter verpasst, um sie dann drei Wochen später in Bremerhaven auf 40 Meter zu schrauben. Mit dem letzten Wettkampf des Jahres setzte er nun den I-Punkt auf seine bisher erfolgreichste Saison. Für ein bemerkenswertes Comeback nach mehr als zwei Monaten Verletzung sorgte auch Joanna Berg, die bei ihrem Sieg im Trickski von einem Sturz des Favoriten Andreas Leonhardt profitierte, sich aber gegenüber dem Vorlauf um beachtliche 1000 Punkte steigerte. Der dritte Einzelsieg ging an Sebstian Göde, der den Slalom mit 2 Bojen bei 12 Meter Leinenlänge gewann, die kein anderer erreichte. Bojan Schipner konnte sein Ergebnis aus dem Vorlauf wie erwartet nicht wiederholen. "Das ist unmöglich, in einem Wettkampf zwei Mal so eine Top-Leistung zu bringen", meinte Opa Alfred, der als Vereinsvorsitzender erstmals nur die Pflichten eines Zuschauers hatte.